Hallo wach! Die ASC 09-Mädchen sichern Sieg gegen Verl erst in den Schlussminuten.

„Hallo, seid wach!!“ – „Von Beginn an, bitte!!“ – „Wir gehen gleich aufs Spielfeld – und sind vom ersten Angriff an WACH!!!“ Trainerin Janna Neurath wusste genau, warum sie bei der Kabinenansprache diese Sätze mehrfach und beinahe flehentlich wiederholte. Für die einen schien 12.00 Uhr an einem Samstag augenscheinlich eine viel zu frühe Anwurfzeit zu sein, andere hatten in leichtem Übermut bereits frühmorgens eine 90-Minuten-Trainingseinheit hingelegt. Manch blasses Gesicht schaute ihr nur bedingt entschlossen entgegen. Caro Westphal war verhindert, Jule Stenzel verletzte sich direkt beim Aufwärmen, Sophie Richter in Minute zwei und Louisa Böhlke in Minute zehn. In der Summe wenig ideale Voraussetzungen für die ganz großen Siegchancen im einem Spiel, das sich anschließend eine Dreiviertelstunde lang folgerichtig zäh wie zerkautes Kaugummi gestaltete.

FOTO: Sophia Kinzel lieferte ein engagiertes Spiel in der ersten Abwehrreihe und brachte es obendrein auf acht eigene Tore.

Kraft und Konzentration fehlten zum einen vor dem gegnerischen Tor, aber vor allen Dingen in der eigenen Abwehr, die den körperlich etwas stärkeren Gegnerinnen im „1 gegen 1“ zu oft den einfachen Durchbruch zum Kreis gestattete. Geholfen wurde nur leidlich. Aber der ASC 09 blieb trotz eines zwischenzeitlichen Zwei-Tore-Rückstandes immer im Spiel, weil es zusehends gelang den nicht immer ballsicheren Verlerinnen das runde Leder zu stibitzen und in eigene Tempogegenstöße umzuwandeln. Dass es in der zweiten Halbzeit nur noch zehn Gegentore gab, lag vor allen Dingen an einer vorgezogenen, nun extrem aggressiv schuftenden Abwehrreihe mit Sophia Kinzel, Jil Averbeck und insbesondere „Jojo“ Cramer, die auf der für sie ungewohnten halbrechten Deckungsposition ein ganz großes Spiel ablieferte. Auch Mia Tölle im Tor erwies sich mit zunehmender Spieldauer als sicherer Rückhalt.

Den Sieg sicherten sich die ASC 09-Mädchen einmal mehr in den Schlussminuten. 20:19 stand es gut 10 Minuten vor der Schlusssirene, aber 30:23 am Ende, weil Jannas Mädchen wie schon so oft immer weiter arbeiteten, nie aufgaben, Tempo und Zug zum Tor richtig hoch hielten und sich damit auch diesmal das wichtige Plus in der Entscheidung sicherten. Die überdurchschnittlichen Lauf- und Schnelligkeitseigenschaften des körperlich nicht unbedingt überlegenen Teams hatten sich auch an diesem etwas außerordentlichen Samstagmittag ausgezahlt. 6:2 Punkte – alles im Soll. Und bestimmt auch wieder etwas gelernt.

ASC 09:
Tölle; Averbeck (12/2), Böhlke, Cramer (6), Evers, Hollon, Kinzel (8), Prothmann (2), Richter (1), L. Westphal, Vollgold (1)

Nächstes Spiel: ASC 09 – HLZ Ahlen, Sonntag, 5.12.2021, 13.30 Uhr, Sporthalle Aplerbeck 1