Aller guten Dinge sind drei! Nachdem die TG Hörste und die 1. Damenmannschaft des ASC 09 zwei vergebliche Anläufe unternommen hatten, die Partie vom 7. Spieltag ordnungsgemäß über die Bühne zu bringen, fand sie heute Abend (13.1.) endlich statt. Und endete mit einem Resultat, das angesichts der Rahmenbedingungen durchaus überrascht. Die Aplerbeckerinnen setzten sich mit 28:27 (16:11) durch und halten in der Tabelle bei 22:8 Punkten Kontakt zum Spitzenduo Borussia Dortmund 2 (28:4) und LIT TRIBE 1912 (26:4).
Garant für den Erfolg war der Rückraum, in dem Sophia Bücker (Foto / 9 Tore), Annika Kriwat (6) und Lyna Schwarz (4) glänzend aufgelegt waren. Aber auch Linksaußen Jule Bachen (6) zeigte sich torhungrig. Unfassbar: Von der 15. Minute an mussten mit Kreisläuferin Finja Treue und der gerade von einer Verletzung genesenen Rechtsaußen Sonia Zander zwei Feldspielerinnen das Tor hüten.
Rückblende:
Versuch Nummer 1 in Ostwestfalen hatten die Schiedsrichter am 4. Oktober 2025 nach wenigen Minuten beim Stand von 6:5 für Hörste abgebrochen, weil es durch die Decke regnete. Versuch Nummer 2 wurde gar nicht erst angepfiffen, weil das Gros der ASC 09-Spielerinnen nach einem schweren Lkw-Unfall für mehrere Stunden in einer Vollsperrung auf der Autobahn steckengeblieben waren.
Im dritten Anlauf hat’s geklappt – doch die Vorzeichen standen nicht gut für das Team von Trainer Daniel Buff. Da mit Jana Möllmann und Jennifer Weste weiterhin beide etatmäßigen Torhüterinnen verletzungs- bzw. krankheitsbedingt ausfielen, musste abermals eine Keeperin der Damen 2 aushelfen. Am Sonntag beim 28:24 gegen Wettringen hatte Alina Mohn ihre Sache ganz ausgezeichnet gemacht. In Hörste sprang Annika Hirth ein – aber nur kurz. Nach gut einer Viertelstunde musste auch sie verletzungsbedingt passen. Bis zur Pause übernahm Finja Treue, anschließend Sonia Zander. Irre!
Auch auf dem Feld hatten die Gäste einige Ausfälle bzw. angeschlagene Spielerinnen zu beklagen. Um so erstaunlicher, dass der ASC 09 nach der langen Anfahrt gut aus den Startblöcken kam, in den ersten 20 Minuten nur ein einziges Mal in Rückstand lag (5:6 – 14.). Vor allem dank der wie entfesselt aufspielenden Sophia Bücker, die ihre neun Treffer allesamt in den ersten 30 Minuten erzielte, zogen die Dortmunderinnen zwischen der 20. und 29. Minute von 10:9 auf 16:10 davon.
Nach dem Wechsel entwickelte sich die Partie zum Dienstagabend-Krimi. Tor um Tor arbeitete sich die extrem heimstarke TGH heran, schaffte zum 25:26 (53.) und 26:27 (58.) zweimal den Anschluss. Doch die Gäste behielten die Nerven und retteten den knappen Sieg trotz völlig einseitiger Strafzeiten-Verteilung (6:1 gegen den ASC 09) über die Zeit. Auch deshalb, weil Hörstes Torjägerin Sina-Francis Schaeper nach Ablauf der 60 Minuten einen Siebenmeter über die Latte warf.
ASC 09:
Annika Hirth; Julia Eckardt, Johanna Cramer, Lina Dorstmann (2), Mariuca Patru (1), Annika Kriwat (6), Finja Treue, Delia Topp, Sonia Zander, Emma Kleikemper, Sophia Bücker (9), Maike Bartetzko, Jule Bachen (6), Lyna Schwarz (4)
Foto: Uwe Kushauer