Das Regionalliga-Nachholspiel zwischen der 1. Damenmannschaft des ASC 09 und HB Bad Salzuflen entwickelte sich zu einem Handball-Krimi, dessen Drehbuch Alfred Hitchcock und Agatha Christie gemeinsam geschrieben hatten. Am Ende jubelten die Gastgeberinnen – und das gleich aus zwei Gründen: Zum einen hatten sie durch Lina Dorstmann sieben Sekunden vor dem Ende den Ausgleich erzielt. Zum anderen fiel der vermeintliche Siegtreffer der Gäste ins verwaiste Aplerbecker Tor Sekundenbruchteile nach der Schlusssirene.

Es war eine zähe Partie, in der die Gastgeberinnen lange Zeit zwar defensiv gut arbeiteten, aber offensiv keine Durchschlagskraft entwickelten. Nach dem 5:4 (12.) gerieten sie mit 5:8 (18.) in Rückstand und lagen beim 9:12 (27.) erstmals sogar mit vier Treffern in Rückstand. Nach dem Seitenwechsel bot sich zunächst ein ähnliches Bild. Nur ein einziges Gegentor ließ der ASC 09 zwischen der 31. und 40. Spielminute zu, traf im selben Zeitraum trotz allerbester Chancen aber selbst auch nur zweimal – 12:16.

Als die Aplerbeckerinnen in der 52. Minute zum 19:19 ausglichen, läutete das eine spannende Schlussphase ein, in der endlich auch positive Emotionen ins Spiel kamen. Der ASC 09 zeigte nach dem 19:21 (54.) eine erneute Reaktion, ging mit 22:21 in Führung (58.), kassierte 13 Sekunden vor dem Ende das 22:23, glich nur sechs Sekunden später blitzschnell aus und hätte, weil das Tor leer war, um ein Haar noch verloren. Letztlich waren es neben Torhüterin Jennifer Weste vor allem Lina Dorstmann (Foto oben, 4 Tore) und Pia Kurzeja (Foto unten, 5)) mit ihren wichtigen Treffern in der Crunch-Time, die den Punkt sicherten.

Fotos: Uwe Kushauer