Die weite Anreise von gut 11 Stunden hatte ich letztes Jahr doch fast etwas bereut, nachdem es den viel geregnet hatte und die Strecke mit ihrem lehmigen Boden doch mehr als nur anspruchsvoll war. Doch dieses Jahr war der Wetterbericht sehr gut und ich freute mich darauf, die Saison endlich einläuten zu können!

Beim Trackwalk zeigte sich die Strecke im Großen und Ganzen gleich. Ein paar Anlieger waren einigen großen Sprüngen gewichen und in der Mitte wurde die Linie etwas umgelegt. Es war trocken und griffig und wir hatten alle mächtig Lust loszulegen.

Im Training wurde mir dann schnell mal wieder klar, dass Übermut selten gut tut und nahm direkt im ersten Lauf eine ordentliche Bodenprobe. Besinnen und vernünftig in die Strecke hineinfinden, war jetzt angesagt. Die steilen und sehr wurzeligen Passagen erinnern einen dann sehr schnell daran, dass man solche Bedingungen hier im Ruhrgebiet und in weiterer Umgebung nicht vorfindet.

Es dauert tatsächlich einige Zeit sich wieder in das „richtige Downhillfahren” zu versetzen. Denn locker auf dem Bike zu stehen ist der Schlüssel heil und schnell durch derartige Passagen zu kommen. Und davon gab es in Kranjska Gora mal leider genügend und vor allem auch unmittelbar nach dem Start, also quasi aus dem Kalten!

Das erste Waldstück ist steil, extrem ausgefahren und übersät von armdicken Wurzeln. Von hier aus geht es dann raus ins Offene mit großen Anliegern und massiven Sprünge. Danach führt die Strecke wieder in den Wald und durch die Schlüsselpassage der Strecke. Hierauf folgt ein gerades sehr ausgefahrenes Stück mit starken Gefälle und vielen Bäumen, großen Wurzeln. Aus diesem Stück kommend schießt man hinein in einen Rechtsanlieger. Hier seine Linie sauber zu treffen und schnell zu fahren war die größte Herausforderung des Wochenendes physisch und auch psychisch! Es folgten circa 100 Meter, die leicht bergauf zur Zwischenzeit führten – hartes Brot für die Beine.
Durchschnaufen auf der Anfahrt zu einem Step-Up, der wieder in den Wald und in steiles und wurzeliges Geläuf führte. Hier musste der Kopf sofort wieder voll da sein, da sich über das ganze Wochenende hinweg große Löcher gebildet hatten. Von hier aus ging es kurz raus auf die angrenzende Skipiste, kurz Luft holen und mit Schwung in die letzte etwas flachere, aber dennoch technische Waldpassage. Hier konnte man viel gewinnen und auch verlieren. Leider verlor ich dort in meinen Rennlauf und fand mich neben der Strecke wieder.

Das anschließende Antreten und die letzten Wiesenkurven brachten mich dann leider auf Platz 28 ins Ziel, nachdem ich im Seeding Run am Vortag mit einem soliden Lauf auf den 16ten fahren konnte. Etwas enttäuscht, aber dennoch zufrieden über ein großartiges Wochenende mit einem großartigen Team und noch großartigeren Leuten, die es alle nicht bereut haben ins ferne Slowenien zu reisen, ging es dann am Abend auf den Heimweg ins Ruhrgebiet.