Es war spät geworden am Freitagabend in der Sporthalle des Schulzentrums Bönen. Die Zeiger standen auf 22:05 Uhr, die digitale Anzeige auf 60:00, als der Jubel bei Spielern, Trainern und Fans des ASC 09 keine Grenzen mehr kannte. Nach mehr als zwei Stunden Bruttospielzeit hatte sich das Team von Florian Edeling und Luca Breickmann, als Tabellenzweiter angereist, beim bisherigen Spitzenreiter RSV Altenbögge-Bönen mit 36:30 (18:13) durchgesetzt und die Reihenfolge in der Tabelle beim Saisonfinale tatsächlich noch einmal umgedreht: Verbandsliga-Meister und Direktaufsteiger in die Oberliga ist der ASC 09 mit 41:11 Punkten. Die natürlich maßlos enttäuschten Gastgeber (40:12), die sich als überaus faire Verlierer erwiesen, gehen dank des gewonnenen direkten Vergleichs gegen die punktgleiche SG Ruhrtal als Zweiter in die Aufstiegsrelegation gegen Ibbenbüren und Bünde. Dafür wünschen wir dem RSV viel Erfolg.

Die Glückwünsche aber gelten unserem Team, das im wichtigsten Spiel der Saison die beste Leistung der Saison abrief, den Matchplan des Trainerteams konsequent durchzog und schon deshalb verdient die Meisterurkunde entgegennahm. Kompliment übrigens auch an die Schiedsrichter Luk Landwehrmann und Marcel Seeger, die eine klare Linie durchzogen und in der hitzigen Atmosphäre jederzeit die Ruhe behielten. Chapeau!

Was für ein Rahmen! Was für eine großartige Stimmung! Was für ein Handballspiel! Die Halle in Bönen war pickepackevoll. Beide Fanlager unterstützten ihre Teams lautstark, wobei die Anhänger des ASC 09 mit zunehmende Spieldauer immer lauter und die des RSV immer leiser wurden. Denn die Aplerbecker fanden nach dem einzigen Rückstand (0:1) dank Spielmacher Finn Jungemann, der die ersten drei Gästetore erzielte, nicht nur besser ins Spiel (4:1/6 Min.). Sie zogen nach dem 8:6 (13.) auch auf 11:6 (16.) davon und nahmen diesen Fünf-Tore-Vorsprung mit in die Pause – 18:13. Ein Kuriosum erlebten die beiden Mannschaften dabei auch noch: In der 26. Minute musste die Partie für gut zehn Minuten unterbrochen werden, weil ein Teil der Deckenbeleuchtung schlapp gemacht hatte.

Wer dachte, Altenbögge würde nach Wiederbeginn einen Gang hochschalten, sah sich bald getäuscht. Das Gegenteil geschah: Die Gäste erhöhten direkt auf 20:13, lagen in der 39. Minute sogar mit acht Treffern vorne (24:16). Sie ließen sich auch von der Roten Karte gegen Kapitän und Abwehrchef Nazif Dadayli (41.) nicht aus der Fassung bringen. Toni Mrcela spielte die Partie nach einem Gesichtstreffer mit zusammengeklebter Nase zu Ende. Einmal noch kam Altenbögge bis auf fünf Tore heran (44.). Sieben Minuten später aber waren es beim 31:22 neun Tore Vorsprung für die Gäste – und spätestens jetzt wurden aus den Anfeuerungsrufen der Zuschauer Meistergesänge.

Finn Jungemann als Spielgestalter und fünffacher Torschütze dirigierte den ASC 09 umsichtig zum Sieg. Fynn Mosel aus dem Rückraum, Lukas Walkenhorst vom Kreis und Lauritz Wefing auf Rechtsaußen trafen je siebenmal ins Schwarze. Letztlich aber war es ein Triumph des Teamgeists, des unbedingten Willens und der positiven Emotionen. Nach mehreren knapp gescheiterten Anläufen waren die Herren des ASC 09 nach 60 Minuten Netto- und mehr als 120 Minuten Bruttospielzeit endlich am Ziel. Am Freitag, 8. Mai, um 22:05 Uhr.

ASC 09:
Yannick Mohr, Alexander Hakenes (1), Ulf Hering; Mathis Hirschberg, Fynn Mosel (7), Niclas Beckmann, David Fischer (4), Lauritz Wefing (7), Lukas Walkenhorst (7), Antonio Mrcela (1), Finn Jungemann (5), David Poggemann, Nazif Dadayli (2), Justin Bartesch, Karl Haupt (2), Antoni Piorun