Im mega-spannenden Titel- und Aufstiegsrennen der Fußball-Oberliga Westfalen ist der ASC 09 in Vorleistung getreten. Die Aplerbecker sprangen am Samstagnachmittag durch einen 2:0 (1:0)-Heimsieg gegen die zweite Mannschaft des SC Preußen Münster mit nunmehr 71 Zählern an Westfalia Rhynern und der SG Wattenscheid 09 (beide 70) vorbei auf Rang eins und erhöhten den Druck auf die beiden Konkurrenten. Die müssen am Sonntag nachlegen – Rhynern daheim gegen Vreden und Wattenscheid in Schermbeck.

Um der Wahrheit die Ehre zu geben. Es war diesmal keine Glanz- und Galavorstellung. Das Team von Rafik Halim und Hamza El Hamdi bot keinen Spektakel-Fußball. Aber gerade das gehört im Titelrennen eben auch dazu: Genau diese kniffligen Spiele für sich zu entscheiden. Zumal der Gast aus Münster alles andere als Laufkundschaft ist, sondern als Tabellenfünfter zur erweiterten Spitzengruppe zählt; mit gigantischem 18-Punkte-Vorsprung auf den sechstplatzierten 1. FC Gievenbeck.

Gut organisiert präsentierte sich Münster im Urlaubsguru-Waldstadion. Mit einem System, in dem Ryan Acar fast von der Libero-Position aus die Strippen zog und klug die Bälle verteilte. Preußen lief zudem hoch an und erschwerte dem ASC 09 einen geordneten Spielaufbau. Das Ergebnis war eine Partie, die sich weitgehend zwischen den beiden Strafräumen abspielte. Mit wenigen zwingenden Chancen. Die Gastgeber ließen so gut wie gar nichts zu, hatten ihrerseits aber auch kaum zwingende Chancen. In Sachen Effektivität jedoch agierten sie meisterlich – und hatten in Lars Warschewski den Unterschied-Spieler.

Der offensive Mittelfeldspieler nagelte das Leder nach einer von Münster zu kurz abgewehrten Aplerbecker Ecke in der 15. Minute aus 20 Metern Entfernung mit vollem Risiko volley zum 1:0 ins Netz. Knapp eine Viertelstunde vor dem Schlusspfiff vollendete er dann den schönsten Spielzug der Partie, den er selbst eingeleitet hatte, mit einem platzierten Flachschuss aus 14 Metern halbrechter Position ins linke untere Eck. Zwei Treffer, die bei anderen Spielern »Sonntagsschüsse« wären. Nicht so bei Warschewski, der solche anspruchsvollen Aufgaben in schöner Regelmäßigkeit erfolgreich löst und nun schon 14 Saisontore auf seinem Konto hat.

Dass der Sieg letztlich einen etwas schalen Beigeschmack hatte, lag an einer Szene aus der 42. Minute. Da musste Innenverteidiger Jan-Patrick Friedrich nach einem Tritt gegen das untere Schienbein von Betreuern gestützt vom Platz geleitet werden. Sein Arbeitstag endete im RTW. Ein Ausfall in den letzten drei Saisonspielen, insbesondere beim Gipfeltreffen in Wattenscheid am nächsten Sonntag, würde die Aplerbecker hart treffen. Alles Gute, »Friede«!

ASC 09:
Joel Nickel – Mats Wilkesmann, Jan-Patrick Friedrich (42. Robert Hilsmann), Keanu Diskau, Jan Stuhldreier, Elias Boadi Opoku (86. Dan Tshibaka Tshimanga), Jannik Urban, Lewin Alexander D Hone (65. Lucius Marcus Patrias), Lars Warschewski (85. Justus Zimmermann), Rafael Camprobin Corchero, Maximilian Podehl (89. Joel Maurice Schlotter)
Tore:
1:0 (15.) und 2:0 (77.) Lars Warschewski
Nächstes Spiel:
SG Wattenscheid 09 – ASC 09 (So., 17. Mai, 13:00 Uhr, Lohrheide-Stadion)

Foto: Martin Hammeke